Donnerstag, 19. Juni 2008

(25) Das unheimliche Paket - Teil 3

Um gleich zu Beginn die gegebenen Erwartungen zu durchbrechen, sollte die kurze Anmerkung wichtig sein, dass ich mich dank des Soldatenseins nur noch an wenige Ereignisse erinnere. Die Kraft meines Bewusstseins wurde vollständig vom Un(-ter)bewusstsein verschluckt; alle meine Handlungen waren nicht mehr bewusst von mir gesteuert, sondern hörten auf die Anweisungen des Unbewusstseins, das wahrscheinlich nur eines im Sinn hatte: Überleben!
Ich stand nun plötzlich an einer Bushaltestelle und kurz darauf saß ich sogar im Bus, der wahrscheinlich zur Paketlagerstätte fahren sollte. Ganz sicher konnte ich mir dabei nicht sein, schließlich war ich dem Ganzen nur noch passiv ausgesetzt; hatte ich einmal die Möglichkeit zur Reflexion des Gegenwärtigen, ist diese vom Unterbewusstsein so rasch bekämpft worden, dass sich sofort ein schwarzer Schleier über die Gedanken legte. Es entwickelte sich immer mehr der Kampf zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein.
An der Post angekommen, begab sich mein angespannter und aufmerksamer Körper in die Filiale und überreichte der Postfrau das Zettelchen, dass mich zur Abholung des Paketes berechtigen sollte. Wie kaum anders zu erwarten, bombadierte mich die Frau Postfilialenangestellte mit unzähligen Ausweisfragen und wollte sich nicht mit Personalausweis und Führerschein zufrieden geben. Das gab wohl dem Unbewusstsein den Anlass mein Bewusstsein frei zu lassen, dass sich in derartigen Situationen besser auszukennen wusste. Da ich noch die Überzeugung selbst in Sachen Verschwörungstheorien war, wollte ich mir in dieser Ausweisdiskussion gar keine große Mühe geben - schließlich meinte ich zu glauben, dass ich weiß, dass sie wissen, dass ich am heutigen Tag erscheinen würde, um das Paket abzuholen. Am Ende hatte die Dame die erwartungsgemäße Ausnahme gemacht und ich saß mit dem Paket unter meinen Armen im Bus auf der Rückfahrt. Richtig, keine einzige meiner ausgetüftelten Theorien sollte recht behalten, denn als ich den mir bekannten Absender kurz überfliegen konnte, verschluckte schon das Unterbewusstsein meine Fähigkeiten aktiv am Tagesgeschehen teilzunehmen und führte mich zurück in meine Wohnung.
Ich war der Gefangene eines Paketes. Erst als ich das Paket öffnete, konnte ich ein Stück meiner Freiheit zurückgewinnen, denn die Freude war so durchdringend, dass sie sich wie ein Schutzmantel über mein hart erarbeitetes Bewusstsein legte. Der Kampf zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein ist damit aber noch lange nicht aus der Welt geschafft; die Paketgefangenschaft hat mir nur unbewusst bewusst gemacht, dass der Kampf dieser zwei Mächte der Innerlichkeit stets unbewusst ausgetragen worden war. Nachdem ich mir diese Eigenschaft bewusst machen konnte, nehme ich nun aktiv an den Kämpfen teil. Der erhoffte Bewusstseinsvorteil bleibt aber aus, einzig und allein das Wissen über die Siege und/oder Niederlagen der zwei Kämpfenden bleibt eine Errungenschaft.

3 Kommentare:

P A U L A hat gesagt…

na was war denn nun drinn???

Anonym hat gesagt…

Und von wem war das Paket nu??? (Von mir jedenfalls nich :P)

lll hat gesagt…

Das spielt doch gar keine Rolle von wem das Paket war und was darin war :D
Viel wichtiger ist doch das ganze Ereignis drumherum!