Freitag, 29. Februar 2008

(3) Der Wachtnächter

Welch eine gelungene Überraschung beflügelte meine Augen, als ich Schlagzeilen lesen musste, die in etwa folgendem Wortlaut angelehnt waren: "Todessturm in Deutschland", "Apokalyptische Götterdämmerung" und "Kamikaze-Surfer will Rekordwelle bezwingen". Damit durfte ich in der Rolle des arglistigen Sisyphos' aber rechnen, schließlich soll die "Roll-den-Stein-den-Berg-hinauf"-Arbeit eine Strafe und kein Vergnügen sein. Leider habe ich nur die Schnelligkeit der Götter unterschätzt, die sich wohl längst im Medienzeitalter zurechtgefunden haben.

Was ist also zu tun
, mich vor den morgigen Sturm-, Orkan- und Tornadokatastrophen zu retten? Der Plan, die regelsetzenden Wesen zeitweise etwas ruhiger zu stellen, beläuft sich auf eine einfache Mahnwache. So gebe ich meine Ehrfürchtigkeit und meinen Respekt gegenüber allen bestimmenden Göttern kund - und das, ohne mich der öffentlichen Lächerlichkeit auszusetzen, denn die Mahnwache geschieht heute Nacht in [noch] meinem Zimmer unter Ausschluss aller Öffentlichkeit. Das klingt zwar zu Beginn noch ziemlich einfach, nur dürft ihr nicht vergessen, dass während einer Mahnwache sich ruhig zu verhalten ist; und zwar ruhig im allerweitesten Sinne, also physisch wie auch psychisch! Noch deutlicher: Kein Fernsehen, kein Internet, kein Lesen, kein Arbeiten, kein Essen, kein Trinken, kein Schlafen(!); ansonsten wäre erstens die angesammelte Umzugskraft für den morgigen Tag verschwendet (außer beim Schlafen) und zweitens träte ich so den Göttern ehrfurchts- und respektlos gegenüber, was selbstverständlich eine drakonischere Strafbehandlung* für den morgigen Umzugstag zur Folge hätte.

Also zum Punkt:
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Die Hinterlistigkeit darf nicht zu kompliziert werden, sonst funktioniert sie nicht. Seit zweitausend Jahren bewährte sich stets die "einfache Dreistigkeit", die ich hier auch anwenden möchte: Ich mahnwache in einer Halb-sitz-liege-Position, besser gesagt ich spiele nur vor als mahnwächte ich (das soll der Konjunktiv von meiner Ver-verbung [kommen wir gleich auf die Parenthesen zurück: Auch hier der Bindestrich, da eine Verwechslung mit Ver-erbung gehäuft vorkommt] "mahnwachen" sein), denn vorher habe ich mir längst künstliche Pupillen auf meine Augenlider gemalt, die im Dunkeln den echten Augen fast zum Verwechseln ähnlich sind. Ganz einfach, und vor allem dreist!
Natürlich werden die es spätestens morgen Nachmittag/Abend dank dieses Blogs merken, aber dann wäre ich wieder einen Schritt näher an die Strafkolonie (Hügel mit Felsrund [Verkürzung von "runder Felsen"] herangerückt. Schließlich muss ich mich vorher in Hinterlistigkeit und Arglistigkeit beweisen, um den Strafzweck nicht abzumildern - eher sollte er noch verschärft werden. Was es genau mit dem Zweck der Strafe auf sich hat - besonders warum er eher verschärft anstatt vermildert werden sollte - wird sich noch im Laufe der nächsten dreizehn Monate beantworten.
Ihr seht, die Spannung bleibt erhalten.

* Jede Strafbehandlung die nichts mit der einfachen Arbeit, also mit Hügel und Felsrund, zu tun hat, ist schmerzhaft und zu vermeiden; sobald die einfache Arbeit angefangen hat, ist jede Strafbehandlung erstrebenswert; nicht verwechseln!

Donnerstag, 28. Februar 2008

(2) Sicherheitsvorkehrungen


Zuvörderst
sei ein hochverehrter Dank an die internationale Fachpresse gerichtet, die mein fehlendes Schreib-Engagement in rege Tipp-Hyperaktivität verwandelt hat.

Zum bestehenden Handlungsbedarf: Wie auf dem Foto deutlich wird, müssen alle meine gesammelten Gegenstände in Kisten versteckt werden. Da wir [Menschen] stets auf Sicherheit bedacht sind, werden auch die Kisten inklusive der versteckten Gegenstände versteckt werden. Mir scheint dies jedoch für eine dreizehn monatige Abwesenheit noch etwas zu unsicher, weshalb ich auch den Ort des Kistenverstecks geheim halten werde und in unordentlich angeordnete (nein, diese zwei Wörter schließen sich nicht aus!) "Gedankenkisten" verpacke. Um die nächste Sicherheitsstufe zu bewältigen habe ich mir folgendes überlegt: Sollte jemand trotz sorgfältiger Sicherheitsbemühungen die Gedankenkisten finden - wobei durch die unordentliche Anordnung ein Zeitverlust des Diebes mit einzuberechnen ist - sind diese verschnürt, verschlüsselt, verschlossen und bewacht (schließlich sind es Gedankenkisten, da habe ich den Entscheidungsvorteil!). Die echten Kisten werden aus Geldnot nur irreführend beschriftet und mit Paketklebeband verplombt, versiegelt, verklebt - wie auch immer; der Kistenort wird verschlossen und dazu - in Anlehnung an die Meisterstrategien der großen Sowjetunion - das Kartenmaterial zum Kistenort modifiziert. "Es gibt keine absolute Sicherheit!" und "Wer die gesammelten Gegenstände wirklich haben will, der wird sie auch finden!" werdet ihr bestimmt einwerfen wollen. "Mensch! Denkt doch mal nach!" entgegnete ich, denn hier geht es einzig und allein darum, dem Dieb so viel Zeit wie nötig zu stehlen, um rechtzeitig am Kistenort einzutreffen, ohne dass er auch nur den Hauch einer Chance hätte etwas zu entwenden. Als Nicht-Mathematiker habe ich diese Sicherheitsvorkehrungen in eine Formel gefasst und grob berechnen lassen (Computer) wie viel Zeit ein Dieb benötigt, um einen einzigen Gegenstand zu entwenden: 58 Wochen!

Weiteres zur Arbeitsreflexion: Nun sind schon die ersten Übernahmeangebote dieser Seite eingetroffen. Sollte sich eine Übernahme als vorteilhaft auszeichnen, könnte es passieren, dass ich dann auf McDo*alds, Mi*rosoft oder adid*s zu finden wäre.
Eine kurze Überlegung zu den "Labels": Auf anderen Seiten werden diese Labels auch Tags genannt, soweit ich das richtig verstanden habe. Mir erschließt sich nur kein rechter Sinn hinter der Labelbesetzung, besonders nicht bei Blogs. Versteht mich nicht falsch, ein Sinn erschließt sich schon, aber eben kein "rechter Sinn"; man möge auch sagen: "sinnvoller Sinn". Trotz dessen werde auch ich diese seltsamen Labels verwenden, allein aus dem Grund, ein möglichst großes Interessengebiet zu erschließen und eine große Anzahl an Lesern zufrieden zu stellen. Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass nicht jeder Leser über ausführliche Hockeybeschreibungen (Taktik, Material, Training, etc.) erfreut ist, aber andere wollen nur - wirklich nur - darüber informiert werden! Tja, so be- und verlabel ich einfach alles wie alle anderen auch.

Mittwoch, 27. Februar 2008

(1) Der erste Stein


Der erste Berglauf kann endlich beginnen; der allererste Versuch den Stein über die Bergspitze zu rollen hat schon fast begonnen! Nun denke ich: Den geeigneten Hügel und einen Felsbrocken zu finden, war sehr viel schwieriger als die eigentlich bevorstehende Fels-Arbeit den Anschein erwecken will. Ich bin mir fast nicht mehr sicher, ob der Hügel schon gefunden und der Fels schon positioniert ist; zwar kann ich Hügel und Fels sehen, aber welch gescheite Mensch verlässt sich nur auf sein Augen-Sehen? Von meiner Stelle sieht der Hügel gar nicht so steil aus und der Felsbrocken macht mir auch keinen sonderlich massiven Eindruck. Bleibt zu hoffen, dass zu Arbeitsbeginn in 28 Tagen (26.03.2008) die Kraft ausreichen wird, überhaupt den Weg zur Arbeitsstätte rechtzeitig zu bewältigen. Was nicht alles vorher passieren könnte! Denken wir nicht weiter darüber nach.

Wollen wir auf die Arbeit und ihre Vorbereitungen zurückkommen: Diese können mindestens zweifach geteilt werden; einmal die eigentliche und gewichtige Arbeit, bzw. ihre Vorbereitung, ein andermal die (öffentliche) Reflexion dieser Arbeit.

Eigentliche Arbeit:

Als schwieriges Unterfangen hat sich die (schwedische) Wohnungssuche herausgestellt; aber zuversichtlich wie ich bin, werde ich auch dieses Stück Vorbereitung zu einem gelungenen Abschluss bringen. Keine besonderen Fähigkeiten benötigte ich bei der Reservation meines Flugtickets. Da ist das Abwägen des Gepäckinhaltes weitaus komplizierter. Bleibt noch die finanzielle Absicherung übrig, die mir einfache erste drei Monate bescheren soll: Schmerzensgeld wird bis dahin nicht eingetroffen sein, bleibt also nur der Weg zur Bank.
Reflexive Arbeit:
Die erste Unmöglichkeit war das Finden einer freien /blogspot/-Adresse. Hier scheint wirklich jedes einfache Wort aus dem Duden vergeben zu sein; auch eine Vielzahl unmöglicher (zusammengesetzter) Wort-erfindungen [Der Bindestrich dient zum einfacheren Leseverständnis, da selbst ich stets denke, ich hätte das ö mit einem o verwechselt und immer Wörter-findungen - wobei das auch nicht so weit hergeholt wäre - (aber hören wir auf Parenthesen in Parenthesen in Parenthesen zu setzen, da es erstens den Lesefluss völlig einbrechen lässt und zweitens sehr unästhetisch aussieht) lese] ist nicht verfügbar. Wenn ich mir ins Gedächtnis rufe, welchen Erfindungsreichtum "andere" haben... Sehr amüsant! Nun ist das nächste Ziel den Willen zur Perfektion in Orthografie und Grammatik zu schüren, da ich - trotz großer Syntaxprüfung - oft unsicher im Hinblick gewisser Regeln bin. Sollten sich Fehler einschleichen, wäre ich über Hinweise sehr erfreut.

Hoffentlich gelingt es mir (im Gegensatz zu meinem Bruder!), diese Arbeitsreflexion regelmäßig zu aktualisieren und zu pflegen, denn eigentlich bin ich keine Person, die für ihr Durchhaltevermögen bekannt ist.

Anmerkung: Da bis auf Weiteres keine Kamera vorhanden ist, werde ich, wenn nötig, Fotos in Form von Paint-Skizzen präsentieren müssen.