Am Wochenende könnt ihr beobachten wie zwei zweifelhafte Fragen aufgegriffen werden.
So viel sei verraten: Einmal wird das Wort "Milch" erwähnt, einmal das Wort "Zeit" und mehrere Male das Wort "und".
Aus Gründen der Faulheit, des Fleißes und des schwedischen Bildungsplanes, verschiebt sich der kommende Eintrag leider erst auf dieses Wochenende... Zum Glück hat ja noch keiner die Kommentarfunktion zum Schimpfen genutzt :)
Die Ausredenliste wächst und wächst, aber auch der Stress. Gefangen zwischen have's, had's und been's, 10000 zu schreibenden Worten, 10000000000 zu denkenden Sätzen und den Pausen zur Nahrungsaufnahme, muss ich einmal mehr alle enttäuschen und wie immer alles vor mir herschieben. Diese Woche ist der Stress besonders potenziert, aber vielleicht und hoffentlich kommt gegen Wochenende langsam wieder etwas Buchstabensalat auf diese Seite. Geschichten spuken schon genug im Kopf; springen stetig hin und her und nerven mich um endlich heraus gelassen zu werden...
So, neuer Ausredenstichpunkt, in stiller Hoffnung, dass es, sagen wir Mittwoch/Donnerstag, neue Informationen zu begutachten gibt :)
Donnerstag, 9. Oktober 2008
(29) ...
Mittwoch, 17. September 2008
(28) Wenn man nur die hälfte...
Sobald die Sätze etwas länger werden, nie gehörte Vokabeln die Ohren kitzeln, oder sich die Blicke des Gegenüber etwas verfinstern, sind die Chancen gestiegen wieder einmal nichts verstanden zu haben.Man möge mir doch endlich einen neuen Spitznamen geben, z.B. Der-der-immer-zweimal-fragt, damit sich die Schweden nicht wundern, warum jeder an mich gerichtete Satz mit "Hä?", oder "Was hast du gesagt?" begegnet wird. Aber wahrscheinlich stecken diese Art von Spitznamen schon unterbewusst in "Tyska" drin. In der Tat, egal ob ich das Gesagte verstanden habe, oder nicht, es wird stets ein weiteres Mal nachgefragt, zur Sicherheit. Verstand man schon beim ersten Versuch nichts, versteht man beim Nachfragen mit Glück und Eifer nur die Hälfte.
Nachdem ich mich beim ersten Hockeytraining in typisch deutscher Manier (alles was wir Deutschen machen ist typisch deutsch) in die Mannschaftsaufstellung für ein Trainingsmatch eingeschlichen habe, musste ich natürlich an wichtige Daten wie Zeit und Ort kommen. Frei nach dem Gesetz der Dreistigkeit befragte ich also den Mannschaftschef, der mir auch prompt alles freiwillig und ausführlich erklärte. Selbst bei meiner Frage "Was hast du gesagt?" erklärte er mir dasselbe ein weiteres Mal. So weit, so gut: Samstag, 14 Uhr, Kirsebergs Sporthalle, Trikot brauche ich keines, los geht's. Nachdem ich bis zum Samstag alle die ich irgendwie kannte zum Spiel eingeladen hatte und mit so wenig Gepäck wie möglich zur Sporthalle gefahren bin, nagten die ersten Zweifel: Die Sporthalle war überfüllt mit Kindern, Jugendlichen, Junggebliebenen, Mittelalten, Älteren und Großeltern; davon hatten zwei Drittel einen Hockeyschläger in der Hand und schossen mutig vor sich hin, auf Torwände, Torhüter, Schussgeschwindigkeitsmessanlagen, Publikum. Als ich mich nun vergewissert habe, dass nicht nur die Sechsjährigen schneller schießen als ich, sondern auch die Großeltern, begann ich mit der Suche nach einer neuen Sportart. Glück gehabt, gerade in diesem Augenblick betrat die dänische Hockeynationalmannschaft die Halle, und gleich dahinter auch bekannte Gesichter meines neuen Teams, die mir auf zweimal Fragen auch erklärten, dass wir in Österlen spielen und dies hier nur der Treffpunkt wäre.
Langsam begriff ich, dass ich wieder einmal nur die Hälfte verstanden hatte und nahm nun die Welt wieder mit anderen Augen wahr. Und siehe da, beim Aufwärmen des anderen Malmöer Hockeyclubs begegneten mir doch viele, viele Gesichter aus dem damaligen Probetraining. In diesem Augenblick verstand ich sofort, warum sie mich nicht haben wollten. Zwar verloren sie das Freundschaftsspiel gegen Dänemark mit 3:8, aber Dänemark ist ja auch im A-Pool der Weltmeisterschaft vertreten. Unser eigenes Testspiel verloren wir leider auch mit 9:12; wenigstens konnte ich meinen Mannschaftskollegen praktisch davon überzeugen, dass ich nicht als Verteidiger spielen möchte. Am fünften Oktober wird es schon etwas härter zur Sache gehen (denn das ist der Startschuss zur neuen Saison), auch wenn bei unserem Freundschaftsspiel schon über dreißig Minuten Strafzeiten ausgesprochen worden sind. Vielleicht habe ich aber auch nur wieder die Hälfte verstanden?
Dienstag, 2. September 2008
(27) Handlungsreisen, zweiter Teil
Der erste Teil meiner HandlungsWeise endete damit, nicht genügend Kraft und Kondition zu haben, um die Strafe des Sisyphos' zu begleichen; die HandlungsReise konnte somit nur in einem Urlaub enden, der erholen, aber zugleich auch trainieren sollte. Kein zweites Mal soll der Stein im ersten Drittel des Berges anfangen sich gegen meine Drückerfähigkeiten zu wehren und das Weiterrollen einzustellen. Nein, nicht noch einmal! Nun soll die Kraft reichen diesen Klotz der Unästhetik auf die andere Seite zu verbannen, so kann sich ein neuer wagemutiger Ins-Nichts-Stürzer finden, der einem Un-Ende die Grenzen versucht aufzuzeigen. Bis dahin wird es aber sicherlich noch ein langanhaltendes Spektakel zwischen rund und kantig geben.
Nach der ersten Aufregung - der Bus kam eine Stunde zu spät - stiegen in Berlin die meisten anderen Aufregungen gleich mit aus (kreischende Kinder, nörgelnde Ehepaare, schnarchende Männer). Auf einmal war es sehr gemütlich, sogar eine Fährenfahrt in der Nacht war inklusive! Einzig und allein das Warten an der Kopenhagener Haltestelle zwischen dreiviertel fünf und dreiviertel acht in der Früh nagte an den Nerven. Der erste Einführungskurs, der für internationale Studenten zum Glück nicht obligatorisch war, musste zwar ohne mich auskommen, konnte aber einen Tag später in Kurzform nachgeholt werden. Zumindest bin ich nun im schwedischen Studentenalltag angekommen, schimpfe über die schwedischen Buchpreise (die in etwa stets das doppelte als in Deutschland kosten), hoffe das mich kein Professor zum Seminarthema befragt, wundere mich über die unmögliche Anzahl an Büchern, die man unbedingt lesen muss, und natürlich über die Klausuren, Seminararbeiten, Referate, etc. die im Wochentakt abverlangt werden. Komplizierte und eng gestaffelte Zeiten scheinen da auf mich einpurzeln zu wollen.
Aber keine Angst, auch im nichtstudentischen Alltag bin ich wieder voll und ganz der Alte. Etwas verwunderliches hat es aber schon, die Fragen der schwedischen Einwohner plötzlich zu verstehen. Hatte man doch das "Entschuldigen sie, aber mein Schwedisch ist nicht so gut" auf den Lippen, muss man nun besten Gewissens die Fragen beantworten. Das große Problem ist dabei gar nicht so sehr das Vokabular, denn die meisten verstehen auch ein falsch flektiertes Verb; die Probleme sind die falschen Erklärungen, die ich ungewollt abgebe. Fragt mich jemand wo die Universitätsbibliothek ist, schicke ich denjenigen zur Stadtbibliothek; werde ich nach dem Weg zum Coop gefragt, schicke ich ihn natürlich zu Willys (beides Lebensmittelversorgungsstationen). Zum Glück wissen die meisten - komischerweise - dass meine Wegbeschreibungen nicht so recht stimmen. In erster Linie geht es mir ja auch um die Sprache und das Gutgemeinte, die Wahrheit ist dabei völlig nebensächlich!
Damit ist nun die zweite Runde eröffnet. Diesmal soll er fallen, der Stein, aber auf die andere Seite!
Aber keine Angst, auch im nichtstudentischen Alltag bin ich wieder voll und ganz der Alte. Etwas verwunderliches hat es aber schon, die Fragen der schwedischen Einwohner plötzlich zu verstehen. Hatte man doch das "Entschuldigen sie, aber mein Schwedisch ist nicht so gut" auf den Lippen, muss man nun besten Gewissens die Fragen beantworten. Das große Problem ist dabei gar nicht so sehr das Vokabular, denn die meisten verstehen auch ein falsch flektiertes Verb; die Probleme sind die falschen Erklärungen, die ich ungewollt abgebe. Fragt mich jemand wo die Universitätsbibliothek ist, schicke ich denjenigen zur Stadtbibliothek; werde ich nach dem Weg zum Coop gefragt, schicke ich ihn natürlich zu Willys (beides Lebensmittelversorgungsstationen). Zum Glück wissen die meisten - komischerweise - dass meine Wegbeschreibungen nicht so recht stimmen. In erster Linie geht es mir ja auch um die Sprache und das Gutgemeinte, die Wahrheit ist dabei völlig nebensächlich!
Damit ist nun die zweite Runde eröffnet. Diesmal soll er fallen, der Stein, aber auf die andere Seite!
Dienstag, 5. August 2008
(26) Urlaub
In den letzten sieben Wochen fanden sich weit und breit keine Signale, die mich mit dem World Wide Web verbinden konnten - darum die lange Sommerflaute.
Hier geht es weiter, sobald ich wieder in Malmö angekommen bin (Mitte-Ende August).
Donnerstag, 19. Juni 2008
(25) Das unheimliche Paket - Teil 3
Ich stand nun plötzlich an einer Bushaltestelle und kurz darauf saß ich sogar im Bus, der wahrscheinlich zur Paketlagerstätte fahren sollte. Ganz sicher konnte ich mir dabei nicht sein, schließlich war ich dem Ganzen nur noch passiv ausgesetzt; hatte ich einmal die Möglichkeit zur Reflexion des Gegenwärtigen, ist diese vom Unterbewusstsein so rasch bekämpft worden, dass sich sofort ein schwarzer Schleier über die Gedanken legte. Es entwickelte sich immer mehr der Kampf zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein.
An der Post angekommen, begab sich mein angespannter und aufmerksamer Körper in die Filiale und überreichte der Postfrau das Zettelchen, dass mich zur Abholung des Paketes berechtigen sollte. Wie kaum anders zu erwarten, bombadierte mich die Frau Postfilialenangestellte mit unzähligen Ausweisfragen und wollte sich nicht mit Personalausweis und Führerschein zufrieden geben. Das gab wohl dem Unbewusstsein den Anlass mein Bewusstsein frei zu lassen, dass sich in derartigen Situationen besser auszukennen wusste. Da ich noch die Überzeugung selbst in Sachen Verschwörungstheorien war, wollte ich mir in dieser Ausweisdiskussion gar keine große Mühe geben - schließlich meinte ich zu glauben, dass ich weiß, dass sie wissen, dass ich am heutigen Tag erscheinen würde, um das Paket abzuholen. Am Ende hatte die Dame die erwartungsgemäße Ausnahme gemacht und ich saß mit dem Paket unter meinen Armen im Bus auf der Rückfahrt. Richtig, keine einzige meiner ausgetüftelten Theorien sollte recht behalten, denn als ich den mir bekannten Absender kurz überfliegen konnte, verschluckte schon das Unterbewusstsein meine Fähigkeiten aktiv am Tagesgeschehen teilzunehmen und führte mich zurück in meine Wohnung.
Ich war der Gefangene eines Paketes. Erst als ich das Paket öffnete, konnte ich ein Stück meiner Freiheit zurückgewinnen, denn die Freude war so durchdringend, dass sie sich wie ein Schutzmantel über mein hart erarbeitetes Bewusstsein legte. Der Kampf zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein ist damit aber noch lange nicht aus der Welt geschafft; die Paketgefangenschaft hat mir nur unbewusst bewusst gemacht, dass der Kampf dieser zwei Mächte der Innerlichkeit stets unbewusst ausgetragen worden war. Nachdem ich mir diese Eigenschaft bewusst machen konnte, nehme ich nun aktiv an den Kämpfen teil. Der erhoffte Bewusstseinsvorteil bleibt aber aus, einzig und allein das Wissen über die Siege und/oder Niederlagen der zwei Kämpfenden bleibt eine Errungenschaft.
Samstag, 7. Juni 2008
(24) Das unheimliche Paket - Teil 2
Jetzt war ich zumindest darauf gefasst, dass der Weg zur Post am nächsten Tage nicht umsonst sein sollte. Da ich mich bis tief in die Nacht hinein weiterhin meinen Rechenspielen zuwandte, ohne ein weiteres brauchbares Ergebnis zu erzielen, vergaß ich den Inhalt, den Absender und den Grund des Paketes zu hinterfragen und konnte im Segen der Ahnungslosigkeit beruhigt die Geräusche meines Weckers am nächsten Morgen überhöhren. Das erspätete Erwachen bescherte mir einen neuen Paketzettel, worauf nun auch die Öffnungszeiten zu lesen waren. Nun war ich vollständig davon überzeugt, dass dieses Paket nichts Gutes mit sich bringen würde. Sie wussten, dass ich den heutigen Tag verschlafen würde, es war aber festgelegt, dass ich das Paket heute abzuholen hatte. Und damit ich mich auch ja auf den Weg mache, locken sie mich mit einem weiteren Zettel, zur die Garantie des Erscheinens sogar mit den Öffnungszeiten!
Als gefühlter Reservist der französischen Fremdenlegion kam nichts anderes in Frage als sich den Tatsachen zu stellen, wobei das Paket hier seine Wichtigkeit verlor, vielmehr wollte ich wissen wer diese unbekannten Übermächtigen wohl sein könnten, weswegen sie mich verfolgten und wie sie es fertig brachten die Zukunft vorauszusagen. Von Minute zu Minute exponierte sich die Anzahl hinzukommender Fragen, weshalb ich mich einfach als tapferer Soldat zeigte und nur noch von Sekunde zu Sekunde dachte; mein ganzer Geist war nun damit beschäftigt meine Körpertemperatur aufrecht zu erhalten, die nötigen Organe zu versorgen und meine Extremitäten zu animieren sich fortzubewegen...
(Fortsetzung folgt)
Als gefühlter Reservist der französischen Fremdenlegion kam nichts anderes in Frage als sich den Tatsachen zu stellen, wobei das Paket hier seine Wichtigkeit verlor, vielmehr wollte ich wissen wer diese unbekannten Übermächtigen wohl sein könnten, weswegen sie mich verfolgten und wie sie es fertig brachten die Zukunft vorauszusagen. Von Minute zu Minute exponierte sich die Anzahl hinzukommender Fragen, weshalb ich mich einfach als tapferer Soldat zeigte und nur noch von Sekunde zu Sekunde dachte; mein ganzer Geist war nun damit beschäftigt meine Körpertemperatur aufrecht zu erhalten, die nötigen Organe zu versorgen und meine Extremitäten zu animieren sich fortzubewegen...
(Fortsetzung folgt)
Donnerstag, 29. Mai 2008
(23) Das unheimliche Paket - Teil 1
Nun stand auf dem kleinen, zerknüllten Paketzettelchen jedoch eine Adresse, die ich niemals zuvor gelesen und gehört habe. Normalerweise werden alle Pakete für unsere Straße in den Postkiosk gebracht, der ungefähr drei Fußminuten entfernt liegt. Nach längeren Recherchen (die bis zum Dienstag Abend anhielten), wie, wann und wo man am Besten zum Aufbewahrungsort des Paketes gelangt, machte ich micht am Mittwoch pünktlich um 11:30 Uhr auf den Weg. Bei der Wanderung - ich war zu geizig für das Busticket - hatte ich es mit unüberwindbaren Autobahnen (die ich aber überqueren musste), mit gefährlichen Ghettos und allerhand anderen Übeln zu tun. Das war auch der Grund, warum ich erst um 12.30 Uhr die Post erreichte; die Post mit einer großen Lagerhalle im Hintergrund. Dann sah ich die Öffnungszeiten: 08:00 bis 10:00 Uhr und 15:00 bis 18:00 Uhr. Zweieinhalb Stunden warten? Niemals! Auf zurück!
Der Rückweg, der mir noch viel länger schien als der Hinweg, gab mir viel Zeit über das seltsame Paket nachzudenken. Keiner hat ein Paket angemeldet (ungewöhnlich) und das Paket wird vermutlich etwas größer und schwerer ausfallen (warum sonst der abgelegene Lagerhallen-Post-Ort). Als ich auch noch das Postzettelchen herausholte, um mich zu vergewissern, ob das Paket wirklich für mich ist, sprang mir eine Zahl ganz deutlich ins Auge: 23! Ankunftstag: 23. Mai 2008. Vielleicht wissen nicht alle, was es mit der Zahl 23 auf sich hat, doch ich wusste es (und was ist mit der fortlaufenden Nummerierung im Blog, die heute zufällig 23 ist?!)! Von diesem Augenblick an hatte ich eine Ahnung, was in den nächsten Tagen geschehen sollte...

(Fortsetzung folgt)
Der Rückweg, der mir noch viel länger schien als der Hinweg, gab mir viel Zeit über das seltsame Paket nachzudenken. Keiner hat ein Paket angemeldet (ungewöhnlich) und das Paket wird vermutlich etwas größer und schwerer ausfallen (warum sonst der abgelegene Lagerhallen-Post-Ort). Als ich auch noch das Postzettelchen herausholte, um mich zu vergewissern, ob das Paket wirklich für mich ist, sprang mir eine Zahl ganz deutlich ins Auge: 23! Ankunftstag: 23. Mai 2008. Vielleicht wissen nicht alle, was es mit der Zahl 23 auf sich hat, doch ich wusste es (und was ist mit der fortlaufenden Nummerierung im Blog, die heute zufällig 23 ist?!)! Von diesem Augenblick an hatte ich eine Ahnung, was in den nächsten Tagen geschehen sollte...

(Fortsetzung folgt)
Montag, 26. Mai 2008
(22) Volksgesänge
Erst vor wenigen Tagen durften einige europäische Nationen auf einen Sieg ihres jeweiligen Landes hoffen - nämlich beim Eurovision SongContest. Nachdem ich eher zufällig auf die schwedische Liveübertragung gestoßen bin, konnte ich mein Glück kaum fassen, denn wie oft hat man in seinem Leben die Chance für sein eigenes Land abzustimmen? Glücklicherweise schaltete ich erst auf die Sendung, als Deutschland schon längst gesungen hatte; und glücklicherweise wurde die Telefonnummer zur Abstimmung noch vor der Zusammenfassung eingeblendet. So wusste ich also weder das Lied, noch die Gruppe für die ich nun abzustimmen vorhatte. Das ist zwar nicht der Sinn und Zweck dieser Abstimmung, aber darüber hatte ich aus Versehen in dieser Zeitspanne nicht nachgedacht. Als mir dann in der Kurzzusammenfassung bewusst wurde, wofür ich gerade abstimmte, war es schon fast wissenschaflich belegt, dass ich der Erste und Letzte war, der hier in Schweden für Deutschland anrufen sollte. Am Ende reichte wohl die einzige Stimme für Deutschland (aus Schweden) nicht aus, um wenigstens einen Punkt abzustauben. Leider und zum Glück - ich kann mich nicht entscheiden. Das Zusehen war eine langweilige und anstrengende Tortur, in denen sich die teilnehmenden Länder eines nach dem anderen unterboten und eine Scheußlichkeit an Musik den Zuschauern präsentierten. Aber schließlich hatte ich fünf Kronen in den Anruf investiert und musste daher auf die Ergebnisse aus Schweden warten.
Es passiert gehäuft an den Wochenenden, dass die Schweden nach international bekannten deutschen Musikern fragen. So viele sind es ja nicht: Rammstein, Scooter und seit kurzer Zeit auch Tokio Hotel (Gibt es noch mehr? Mir fällt bei solchen Fragen immer ausgesprochen wenig ein). Diese Antwort hinterlässt aber immer ein großes Raunen und eine Mischung aus spannungsgeladenen und enttäuschten Blicken. Das ganze endet entweder damit, dass irgendein Name zu mir herübergeschrien wird (der falsch gemerkt und falsch ausgesprochen wird, weswegen man zum Unmut der anwesenden Personen noch dreißig Minuten zur Identifikation des un/bekannten Künstlers benötigt), oder die Personen fordern mich auf, ein deutsches Volkslied zu singen. Da ich - wie gesagt - in solchen Dingen die personifizierte Einfallslosigkeit bin, muss ich mich immer mit "Hoch auf dem gelben Wagen" aus der Bredouille singen. Langsam kennen dieses Lied aber nun schon alle in Malmö, weswegen ich mir bald ein neues Volkslied einfallen lassen muss. Ein Name, der in allen Buchstabenkodierungen und Akzentsetzungen genannt wird, ist übrigens Udo Jürgens, dessen Lieder allerdings stets zu ungeahnten Belustigungsprozessen führen. Aber keine Angst, ich setze alles daran, dass unsere Musik nicht nur zur Belustigung dient (was seit ungefähr fünfzig Jahren der Fall zu sein scheint) und werde daher einige anspruchsvollere und harmonischere Lieder hinterlassen: Roland Kaiser!
Sonntag, 18. Mai 2008
(21) Das Nibelungenlied
von heleden lobebæren - von grozer arebeit
von frevde vñ hochgeciten - von weinen vñ klagen
on kvner recken striten - mvget ir nv wnder horen sagen.
von frevde vñ hochgeciten - von weinen vñ klagen
on kvner recken striten - mvget ir nv wnder horen sagen.
Wir haben drei Dinge aus dem alten Heldenepos des Mittelalters gelernt: Das Baden in Drachenblut bringt Unverwundbarkeit mit sich; wir sind umgeben von Neid und Missgunst; und der kleinste Mangel hat den Tod zur Folge. Da es in der heutigen Zeit keine Drachen mehr gibt, müssen wir uns Ersatzdrachen suchen. Mit genügend Kreativität und Glaubenskraft lassen sich Drachen in allerlei Alltagsgegenständen finden. Scheinbar nicht zufällig hat mir das Spielen auf der Gitarre die Fingerkuppen verhornt; das war auch der Grund, weshalb ich meinen Drachen in der Gitarre erkannte. Wer nun glaubt, ich müsste meinen ganzen Körper an den Gitarrensaiten reiben, damit der Rest meiner Haut ebenso verhornt, der liegt nicht ganz daneben. Nur wäre das ein langer und schmerzhafter Prozess der viele Mängel hervorrufen würde. Nibelungensagisch ausgedrückt:
In den Rückendellen stecken - Blätter, die den Rücken decken.
Unser Heldensiegfried hat sich ja schließlich auch nicht an den Schuppen des Drachens gerieben, sondern in seinem Blut gebadet. Das Blut meines Gitarrendrachens ist demnach die Melodie, die er [der Gitarrendrachen] beim Kampf mit den Saiten verloren hat. Damit das Blut des Gitarrendrachens - also die Melodie - nicht von körperbedeckenden Blättern verseucht wird, wie es beim großen Siegfried der Fall war, muss man äußerst vorsichtig und bedacht die Drachenschuppen (Gitarrensaiten) durchbohren. Setzen wir die Finger falsch zum Hiebe an, ertönen grässliche und verseuchte Geräusche, was nichts anderes heißt, dass die Blutwanne nun voller Blätter ist. So beginnt ein neuer Kamf gegen den Drachen, um die nächste Wanne mit Blut zu füllen. Und das so oft, bis die Wanne endlich blattfrei ist - was vorher notariell bestätigt werden sollte; besser mehrere Notare anheuern, denn wir wissen nicht, ob sich unter den Notaren eine Person namens Hagen von Tronje versteckt.
Man sieht, es ist ein langanhaltender Prozess ohne Blätter im Drachenblut baden zu können. Dafür bedarf es mehrere Übungsjahre. Das war der Fehler des Siegfrieds, der sich gleich in die erstbeste Badewanne voller Drachenblut begeben hat. Um nun die gewalttätigen Auseinandersetzungen der Missgünstigen überleben zu können, ist erhöhter Perfektionismus angebracht, sonst wird mir das gleiche Schicksal des Siegfrieds zuteil. Und für den zweiten Teil der Nibelungensage fehlt mir noch die rachsüchtige Kriemhild, die meine Unachtsamkeit beim Drachenblut-Bad am
Freitag, 16. Mai 2008
(20) Verloren - nur Zweiter!

Die Platzierung ist zwar nicht zu erkennen - was auch gut ist, denn wer ist schon stolz auf einen zweiten Platz. Zweitplatzierte mussten stets die schmerzhaftesten Niederlagen einstecken; und weil das so schmerzhaft ist, müssen sie ewig stolz auf die Silbermedaille sein, um eben die Schmerzen kompensieren zu können. Trotzdem wurde dem zweiten Platz immerhin noch 120€ gegönnt - man könnte sagen: Schmerzensgeld.
Zum Glück muss ich nicht mit verschiedenen Schmerzen grausamer Niederlagen kämpfen, da ich für diesen Wettbewerb nichts weiter getan habe, als meinen Namen auszuleihen; damit erhöht der talentierte Designer nämlich ganz beträchtlich seine Chancen den ersten Platz zu erreichen, was ihm mit seiner ersten Lampe doch tatsächlich gelingen sollte. Von seinen drei Lampen kamen also zwei unter die ersten Drei. Nun habe ich mir einen regionalen Namen als kreativer Designer gemacht, was mir eventuell später einmal behilflich sein könnte.
Das nur als Zwischenbericht - alles andere folgt im Laufe des Wochenendes.
Zum Glück muss ich nicht mit verschiedenen Schmerzen grausamer Niederlagen kämpfen, da ich für diesen Wettbewerb nichts weiter getan habe, als meinen Namen auszuleihen; damit erhöht der talentierte Designer nämlich ganz beträchtlich seine Chancen den ersten Platz zu erreichen, was ihm mit seiner ersten Lampe doch tatsächlich gelingen sollte. Von seinen drei Lampen kamen also zwei unter die ersten Drei. Nun habe ich mir einen regionalen Namen als kreativer Designer gemacht, was mir eventuell später einmal behilflich sein könnte.
Das nur als Zwischenbericht - alles andere folgt im Laufe des Wochenendes.
Sonntag, 11. Mai 2008
(19) Der Meister, der vom Himmel fiel
Meine Gitarrenkünste begutachten zur Zeit sehr mürrisch die Barré-griffe, und diese sind sehr wichtig, um endlich das erste Clapton-Lied spielen zu können. Überschätze ich mich dabei nicht ein wenig? - Wollt ihr mich das etwa fragen; und das nach dem Lesen des ersten Absatzes? Ich bin als Meister vom Himmel gefallen! [Falls ihr mich das nicht zu fragen vorhattet, wollte ich es trotzdessen ein weiteres Mal aufgeschrieben haben] Onkel Eric kann noch so viele ungreifbare Gitarrengriffe in seine Lieder basteln, ich schaffe es doch!
Nun soll unser spanisches Vierzig-Grad-Wetter nächste Woche seinen Meister gefunden haben und rapide wieder das schwedisches Sommerniveau annehmen. Zum Glück war ich am Wochenende schon einer der Todesmutigen, die das Meer angefangen haben warmzuschwimmen - damit auch die Lebensmutigen eine Chance haben baden zu gehen.
Letzte Woche ist auch noch etwas ganz, ganz tolles passiert; das soll aber erst in der kommenden Woche eingescannt werden, da es sonst seinen Charme verliert.
Schwedisches:
Badlampen (die über dem Spiegel) haben eine Steckdose, das ist überaus praktisch!
Sicherlich ist der Begriff Snus einigen bekannt. Ich hätte aber nicht geglaubt, dass es sooo viele sind, die sich dieses Zeugs unter die Lippe stecken. Bis jetzt habe ich mir noch nicht getraut es zu probieren, aber es wird bestimmt nicht mehr lange dauern; ich werde dann sofort berichten.
Die Eishockey-WM wird hier kaum beachtet - für die Schweden scheint das kein so großes Ereignis zu sein, da die WM jedes Jahr stattfindet. Schade!
Nun soll unser spanisches Vierzig-Grad-Wetter nächste Woche seinen Meister gefunden haben und rapide wieder das schwedisches Sommerniveau annehmen. Zum Glück war ich am Wochenende schon einer der Todesmutigen, die das Meer angefangen haben warmzuschwimmen - damit auch die Lebensmutigen eine Chance haben baden zu gehen.
Letzte Woche ist auch noch etwas ganz, ganz tolles passiert; das soll aber erst in der kommenden Woche eingescannt werden, da es sonst seinen Charme verliert.
Schwedisches:
Badlampen (die über dem Spiegel) haben eine Steckdose, das ist überaus praktisch!
Sicherlich ist der Begriff Snus einigen bekannt. Ich hätte aber nicht geglaubt, dass es sooo viele sind, die sich dieses Zeugs unter die Lippe stecken. Bis jetzt habe ich mir noch nicht getraut es zu probieren, aber es wird bestimmt nicht mehr lange dauern; ich werde dann sofort berichten.
Die Eishockey-WM wird hier kaum beachtet - für die Schweden scheint das kein so großes Ereignis zu sein, da die WM jedes Jahr stattfindet. Schade!
Sonntag, 4. Mai 2008
(18) Gebrandmarkt
Seit knapp einer Woche habe ich meine Fähigkeiten als Bäcker perfektioniert und könnte nun ohne Probleme die Professur an einer Universität übernehmen. Auch beim Partyspiel "Guitar Hero" habe ich ungeahnte Talente entdeckt, die mich unbewusst zum Erlernen des Gitarrespielens zwingen. Selbst die schwedische Sprache scheint mir etwas entgegen gekommen zu sein. Aber eines fehlt immer noch: Ein Job!
Das Buttermassaker würde ich nur zu gern beschreiben, nur habe ich dabei etwas Angst, diese emotionale Impression zu zerstören, die allein durch das Anschauen zustande kommt. Bei Gelegenheit werde ich versuchen ein paar Schnappschüsse dieser berühmten Butterschlachten zu organisieren.
Wieder einige Besonderheiten die mir in Schweden aufgefallen sind:
Bei schwedischen Feiern gibt es abends/nachts immer Kaffee; immer!
Schwedisch erzogene Hunde hören nicht auf deutschsprachige Kommandos.
Freitag, 25. April 2008
(17) Ja, Papa!
Kurz nach dem letzten Blogeintrag waren unsere Lebensmittel aufgebraucht, worauf ich mich dazu bereit erklärte kurz vor Ladenschluss das benötigte Kontingent an Proteinen, Kohlehydraten, Vitaminen, Fetten und Mineralien zu organisieren. Wegen der bevorstehenden Hockeyprobetrainingseinheiten packte ich auch noch einige isotonische Getränke dazu (schwach alkoholisiert). An der Kasse angekommen, ahnte ich schon beim Nuschelwort "Leeymschun?" [Legitimation], was nun auf mich zukommen sollte; sicherheitshalber fragte ich nochmal nach. Als nun auch die Warteschlange hinter mir begriff, dass ich kein Schwede bin, erklärten auch sie nochmal - alle durcheinander - was die Verkäuferin sehen möchte. Ja, die Schweden sind in solchen Sachen sehr hilfsbereit, stellen sich aber doch manchmal etwas dropsig an, denn die lieb gemeinten Hilfserklärungen waren alle schwedisch. Aber ich wusste ja bereits worauf es hinauslief und zeigte freundlich meinen Personalausweis. Das erste erstaunt-erschrockene Gesicht galt dem deutschen Personalausweis (wie immer), der zweite erstaunte Blick galt dann dem Geburtsjahr. Womit es sich ganz deutlich in einem Satz sagen lässt: Die Verkäuferin dachte wirklich, ich sei höchstens siebzehn Jahre alt! Als ich nun sofort nach Hause gerannt bin, um meinem Mitbewohner und seiner Freundin die unglaubliche Geschichte zu erzählen, habe ich nicht nur sarkastisches Gelächter geerntet, sondern auch die sehr trockene Antwort bekommen, ich sehe wirklich wie ein siebzehnjähriger Jugendlicher aus. Als Achtzehnjähriger hätte mich das für die nächsten sechs Monate beschäftigt, nach dem letzten Blogeintrag habe ich mich aber mehr gefreut als geärgert.
Seit dieser Geschichte bin ich nun das Kind im Hause, darf nicht mehr so viel Kaffee trinken, nicht mehr so viel rauchen, darf nicht mehr englisch kommunizieren (nur noch deutsch oder schwedisch), muss mich gesünder ernähren, etc. Das ist wirklich anstrengend. Wesentlich anstrengender war aber mein Probetrainingsauftakt für den Malmöer Floorballclub, da ich nach den ersten dreißig Minuten schon keine Kraft mehr hatte und die ganze Zeit nach Ausreden gesucht habe, um das Training so schnell wie möglich zu verlassen. Am Ende habe ich es doch überstanden, mit der Einsicht, dass ich einer der Schlechtesten war. Hoffentlich schaffen es die Jungs mich in der Weise zu bearbeiten, dass ich ähnlich Fähigkeiten mit nach Hause (Dresden) nehmen kann.
Zwei kleine schwedische Besonderheiten sind mir auch wieder aufgefallen:
Bei Türen weiß man nie so recht in welche Richtung der Schlüssel zu drehen ist, denn manchmal öffnen sich die Türen, manchmal verschließen sie sich. Man benötigt als Ausländer immer mehrere Versuche.
Sollten euch einmal Schweden besuchen, dann versteckt eure Butter! Ihr glaubt gar nicht wie man Butter massakrieren und quälen kann; nach dem Buttermassaker wird stets das Messer als Markierung brutal in die Butter gestochen. Grausam!
Seit dieser Geschichte bin ich nun das Kind im Hause, darf nicht mehr so viel Kaffee trinken, nicht mehr so viel rauchen, darf nicht mehr englisch kommunizieren (nur noch deutsch oder schwedisch), muss mich gesünder ernähren, etc. Das ist wirklich anstrengend. Wesentlich anstrengender war aber mein Probetrainingsauftakt für den Malmöer Floorballclub, da ich nach den ersten dreißig Minuten schon keine Kraft mehr hatte und die ganze Zeit nach Ausreden gesucht habe, um das Training so schnell wie möglich zu verlassen. Am Ende habe ich es doch überstanden, mit der Einsicht, dass ich einer der Schlechtesten war. Hoffentlich schaffen es die Jungs mich in der Weise zu bearbeiten, dass ich ähnlich Fähigkeiten mit nach Hause (Dresden) nehmen kann.
Zwei kleine schwedische Besonderheiten sind mir auch wieder aufgefallen:
Bei Türen weiß man nie so recht in welche Richtung der Schlüssel zu drehen ist, denn manchmal öffnen sich die Türen, manchmal verschließen sie sich. Man benötigt als Ausländer immer mehrere Versuche.
Sollten euch einmal Schweden besuchen, dann versteckt eure Butter! Ihr glaubt gar nicht wie man Butter massakrieren und quälen kann; nach dem Buttermassaker wird stets das Messer als Markierung brutal in die Butter gestochen. Grausam!
Dienstag, 22. April 2008
(16) Die eigenen Anderen
Gestern ist in Malmö endlich der Sommer eingebrochen. Leider habe ich niemanden sehen können, der sich in Sommerkleidung auf die Straßen wagte, weshalb ich mich ganz sommerlich-kurz der Stadt präsentierte, in der Hoffnung die Schweden zum Mitmachen zu animieren, was leider nicht funktionierte. Aber so schnell gebe ich mich nicht geschlagen und werde weiter als gutes Sommerbeispiel vorangehen.
Als ausgesprochen mitteilungswürdig empfinde ich auch die Aussprache meines Namens: Pohll. Dabei wird das o ausgesprochen wie in "voll" endet aber mit einem minmalen Hauch zum "a" und wird am Ende noch etwas ver"-h-"t [verhaht]. Das ist besonders dann peinlich, wenn ich schon zum siebten Mal gerufen werde, aber immer noch nicht so recht davon überzeugt bin, dass tatsächlich Ich gemeint wurde. Die anfänglich freundlichen Blicke gehen dann in fragende, dann in zweifelnde, dann in grimmige und zu guter Letzt in überraschte Blicke über. Wenigstens bekommt man dabei eine Kostprobe der mimischen Fähigkeiten seiner Mitmenschen.
Endlich sind mir auch die Zigaretten- und Tabakpreise bekannt geworden, nachdem ich meine deutschen Vorräte vollständig aufgebraucht habe. Dabei erlitt ich meinen allerersten Herzinfarkt (wobei wir wieder beim Alter wären):
- Zigaretten (versteuert): 4,10€
- Zigaretten (schwarz) : 2,15€
- Tabak 40g (versteuert): 13,90€ !!!
- Tabak 40g (schwarz): 8,10€
Mittwoch, 16. April 2008
(15) Eine Perle noch, ja?
So kommt es also nicht selten vor, dass wir das Frühstück oder Abendbrot auf mehrere Stunden ausweiten müssen, da nebenbei die Bügelbilder fertiggestellt werden müssen. Der Perlennachschub für unsere große Produktionsmaschinerie ist heute auch sichergestellt worden, so können unsere allmorgendlichen und -abendlichen Entspannungsphasen fortgesetzt werden (es entspannt wirklich).
In Sachen Jobsuche gibt nach regelrechtem Niederlagenfluch endlich positives zu berichten: Heute ist die erste Ablehnungs-Mail eingetroffen. Ein voller Erfolg, wie ich denke; denn was ist schon schlimmer als ständig ignoriert zu werden? Eine Absage? Ganz bestimmt nicht; jetzt kann ich mir wenigstens sicher sein, dass meine Gesuche überhaupt wahrgenommen werden. Nächste Woche findet auch endlich meine Probetraining für den in pink spielenden Malmö FBC statt. Wie man sieht fängt ganz langsam der erhoffte Alltag an.
Vor wenigen Minuten ist mir gerade das Ergebnis unseres Stadtvereins Malmö FF bekannt geworden, und siehe da, die Jungs können tatsächlich ihre armen Fans mit einem langweiligen Unentschieden verschonen und besiegen Gefle mit 2:0. Na also! Wenn die das können, dann kann ich das auch; nun ist es Zeit Arbeitssiege zu sammeln. Die Schwedische Sprache kommt mir nun auch ein klitzekleines Stück entgegen; nachdem ich stets eine halbe Stunde vor dem Betreten eines Geschäftes einen einzigen Satz einstudiere (um ihn ja nicht zu vermasseln), habe ich zwar noch nie die Rückfragen der Verkäufer verstanden, aber - wie ich vermute - bin immerhin ich verstanden worden. Toll, nicht wahr?
In Sachen Jobsuche gibt nach regelrechtem Niederlagenfluch endlich positives zu berichten: Heute ist die erste Ablehnungs-Mail eingetroffen. Ein voller Erfolg, wie ich denke; denn was ist schon schlimmer als ständig ignoriert zu werden? Eine Absage? Ganz bestimmt nicht; jetzt kann ich mir wenigstens sicher sein, dass meine Gesuche überhaupt wahrgenommen werden. Nächste Woche findet auch endlich meine Probetraining für den in pink spielenden Malmö FBC statt. Wie man sieht fängt ganz langsam der erhoffte Alltag an.
Vor wenigen Minuten ist mir gerade das Ergebnis unseres Stadtvereins Malmö FF bekannt geworden, und siehe da, die Jungs können tatsächlich ihre armen Fans mit einem langweiligen Unentschieden verschonen und besiegen Gefle mit 2:0. Na also! Wenn die das können, dann kann ich das auch; nun ist es Zeit Arbeitssiege zu sammeln. Die Schwedische Sprache kommt mir nun auch ein klitzekleines Stück entgegen; nachdem ich stets eine halbe Stunde vor dem Betreten eines Geschäftes einen einzigen Satz einstudiere (um ihn ja nicht zu vermasseln), habe ich zwar noch nie die Rückfragen der Verkäufer verstanden, aber - wie ich vermute - bin immerhin ich verstanden worden. Toll, nicht wahr?
Samstag, 12. April 2008
(14) Zölfrundenkampf
Vor wenigen Tagen erst fand wohl das ergreifendste Ereignis (m)eines bisherigen schwedischen Lebens statt: Ich begegnete im Netto einer ganzen Palette Dosenbier (24 Dosen) für 5,77€. Dieser unvorstellbare Preis, der noch nicht einmal ein Druckfehler zu sein schien, animierte mich in einer Form ekstatischer Eskalation auf der Stelle handgreiflich zu werden. Selbst die strengen und verwundernden Blicke der schwedischen Einwohner an einem Mittwoch Morgen mit dreizehn Kilogramm Bier durch die Innenstadt Malmös zu marschieren, hatten keinen großen Einfluss auf meine anhaltende Freude.
Auch die sonst typische Bewaffnung im Kampf gegen die Bürokratie scheint in Schweden nicht ganz so notwendig wie in Deutschland; denn ich war weder zur Tages-, Wochen- oder Monatsmitte im Skatteverket, noch hatte ich kompliziertere Gespräche zu führen. Selbst der Erstantrag war vollständig. Einzig und allein das weibliche Machtausübungswerkzeug ließ mir ins Gedächtnis zurückrufen, dass ich es ganz offiziell mit schwedischer Bürokratie zu tun hatte. Der eingeplante Zwölfrundenkampf, den ich mit knappen Punktvorsprung zu gewinnen erhoffte, war im Endeffekt nicht einmal ein Erstrunden-K.O.-Sieg, da ich eigentlich gar keinen Gegner zu bewältigen hatte; deutlicher geschrieben: Mein Gegner hat sich vom Nichtantritt überzeugen lassen. Nächste Woche bekomme ich also meine Personennummer!
Grob gesagt ist alles viel einfacher als es überall geschrieben wird. Einzig und allein die Jobsuche verbietet mir jede Pauschalisierung, denn diese ist unglaublich schwierig - besonders als Fremder, der kein Schwedisch spricht. Da ich nächste Woche aber nun für die nächsten elf, zwölf Monate ein echter Schwede sein darf, werde ich weiter mein Erfolgsrezept des blauäugigen Entgegenlaufens anwenden. Und um nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich ein richtiger Wikinger zu werden, habe ich ganz spontan alle Rasierer und Scheren aus der Wohnung entfernt.
Am allerallermeisten freue ich mich aber schon auf die Liquidierung meiner deutschen Geschichte; bald kann auch ich endlich (schwedische) Flaggen schwingen und die (schwedische) Nationalhymne in voller Lautstärke mitsingen. Und das kurz vor der Eishockey-WM und der Fußball-EM. Ach, wie freu ich mich!
Auch die sonst typische Bewaffnung im Kampf gegen die Bürokratie scheint in Schweden nicht ganz so notwendig wie in Deutschland; denn ich war weder zur Tages-, Wochen- oder Monatsmitte im Skatteverket, noch hatte ich kompliziertere Gespräche zu führen. Selbst der Erstantrag war vollständig. Einzig und allein das weibliche Machtausübungswerkzeug ließ mir ins Gedächtnis zurückrufen, dass ich es ganz offiziell mit schwedischer Bürokratie zu tun hatte. Der eingeplante Zwölfrundenkampf, den ich mit knappen Punktvorsprung zu gewinnen erhoffte, war im Endeffekt nicht einmal ein Erstrunden-K.O.-Sieg, da ich eigentlich gar keinen Gegner zu bewältigen hatte; deutlicher geschrieben: Mein Gegner hat sich vom Nichtantritt überzeugen lassen. Nächste Woche bekomme ich also meine Personennummer!
Grob gesagt ist alles viel einfacher als es überall geschrieben wird. Einzig und allein die Jobsuche verbietet mir jede Pauschalisierung, denn diese ist unglaublich schwierig - besonders als Fremder, der kein Schwedisch spricht. Da ich nächste Woche aber nun für die nächsten elf, zwölf Monate ein echter Schwede sein darf, werde ich weiter mein Erfolgsrezept des blauäugigen Entgegenlaufens anwenden. Und um nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich ein richtiger Wikinger zu werden, habe ich ganz spontan alle Rasierer und Scheren aus der Wohnung entfernt.
Am allerallermeisten freue ich mich aber schon auf die Liquidierung meiner deutschen Geschichte; bald kann auch ich endlich (schwedische) Flaggen schwingen und die (schwedische) Nationalhymne in voller Lautstärke mitsingen. Und das kurz vor der Eishockey-WM und der Fußball-EM. Ach, wie freu ich mich!
Sonntag, 6. April 2008
(13) Zahnlos
Dass mir gerade jetzt, nach nicht einmal zwei Wochen Malmö, eine große Plombe aus den Mund purzeln sollte, hätte auch der beste Notfallplan nicht erahnen können, zumal ich vor Abreise, gewissenhaft wie ich sonst nie bin, einen deutschen Zahnarzt aufsuchte. Ja, warum gehe ich denn nicht einfach zu einem schwedischen Zahnarzt? Ganz einfach: Wie ich gelesen habe, greift keine EU-Versicherung bei schwedischen Zahnärzten - und Zähne sind mit Abstand das Teuerste am ganzen menschlichen Organismus! Es ist auch - zugegeben - nicht die kleinste Plombe, weshalb ich mir sicherlich auch etwas Gejammer seitens der Zahnärzte anhören darf.
Wobei wir gleich wieder bei der Sprachbarriere wären. Meinem guten alter Schopenhauer scheint Malmö so gut zu gefallen, dass ich ihn nur noch sehr selten zu Gesicht bekomme. Warum war auch dieser blöde Wittgenstein nicht mehr zu haben! Die schwedische Sprache hört sich nämlich hier in Skåne - aber auch im schwedischen Fernsehen - sehr seltsam an; hier werden fünfunddreißigzeilige Sätze innerhalb sehr weniger Sekunden ausgesprochen! Wie man das, trotz Vokabelkenntnis, annähernd verstehen soll, bleibt mir noch ein historisch bedingtes Wikingerrätsel.
Sobald in Malmö die ansässige Fußball- oder Eishockeymannschaft spielt, werden alle Busse mit den jeweiligen Fahnen der Vereine bestückt - so verringern sich die Chancen ein Spiel zu verpassen. Passend zu den Spielen gibt es auch Bier in Büchsen, die es bis 3,5% Alkoholgehalt auch in normalen Supermärkten zu kaufen gibt (alles darüber nur im Systembolaget). Hierbei sind die großen Variationsvielfalten im Alkoholgehalt des Bieres herauszuheben. Je mehr Alkohol, desto teurer ist es natürlich: Ein Sixpack 3,5%-Büchsenbier kostet 40 Kronen (4, 27€), ein 2,8%-Sixpack nur noch 20 Kronen (2,14 €).
Wobei wir gleich wieder bei der Sprachbarriere wären. Meinem guten alter Schopenhauer scheint Malmö so gut zu gefallen, dass ich ihn nur noch sehr selten zu Gesicht bekomme. Warum war auch dieser blöde Wittgenstein nicht mehr zu haben! Die schwedische Sprache hört sich nämlich hier in Skåne - aber auch im schwedischen Fernsehen - sehr seltsam an; hier werden fünfunddreißigzeilige Sätze innerhalb sehr weniger Sekunden ausgesprochen! Wie man das, trotz Vokabelkenntnis, annähernd verstehen soll, bleibt mir noch ein historisch bedingtes Wikingerrätsel.
Sobald in Malmö die ansässige Fußball- oder Eishockeymannschaft spielt, werden alle Busse mit den jeweiligen Fahnen der Vereine bestückt - so verringern sich die Chancen ein Spiel zu verpassen. Passend zu den Spielen gibt es auch Bier in Büchsen, die es bis 3,5% Alkoholgehalt auch in normalen Supermärkten zu kaufen gibt (alles darüber nur im Systembolaget). Hierbei sind die großen Variationsvielfalten im Alkoholgehalt des Bieres herauszuheben. Je mehr Alkohol, desto teurer ist es natürlich: Ein Sixpack 3,5%-Büchsenbier kostet 40 Kronen (4, 27€), ein 2,8%-Sixpack nur noch 20 Kronen (2,14 €).
Sonntag, 30. März 2008
(12) Kleinigkeiten
Verzwickt wurde meine Lage, als ich ein allererstes mal das Wort "Lidl" aussprach. Die Augen von Mitbewohner F. wurden immer größer und sicherheitshalber wurde gleich eine Papiertüte besorgt. Zwar versuchte er mich sehr geschickt an allen Geschäften vorbeizuführen, in denen es Unihockeymaterial zu kaufen gab, das hielt mich jedoch nicht davon ab unentwegt nach dem nächsten LIDL zu fragen. Als das Wort "Lidl" ihm wohl zu oft und zu laut im Zentrum Malmös ausgesprochen worden war, zeigte er mir den Weg durch verschiedene Seitenstraßen, in denen man so wenig Personen wie möglich fand, zum Gebäude des Begehrens. Als ich nun kreischend vor Freude dankte und ihn bat mit mir zusammen einzutreten, schien er nun fast endgültig dem Nervenzusammenbruch nahe. Aber mein unentwegtes Betteln hat ihn dann doch überzeugt seine Papiertüte aufzusetzen und in meinen Lieblingsdiscounter einzutreten. Es hat ganz den Anschein, als hätte LIDL den schlechtesten Ruf, den man in Schweden überhaupt haben kann, warum auch immer. Am Ende war ich hochzufrieden, zwar mit 70 Kronen weniger im Portemonnaie, dafür aber mit einer vollgepackten Tasche!
Von meinen zwei Mitbewohnern F. und V. ist F. nun gestern für ein paar Monate nach Barcelona geflogen; hoffentlich hat es nichts damit zu tun, dass ich ihn dazu gezwungen habe mir nicht nur in aller Öffentlichkeit den Weg zum LIDL zu zeigen, sondern ihn auch noch mit hineingbettelt habe.
Ein möglicher UnihockeyClub ist nun auch gefunden, stellt sich nur noch die Frage, ob sie mich wohl nehmen werden. Schweden sind überaus reizend, hilfsbereit und freundlich, aber das hartnäckigste und typischste Vorurteil, bzw. Gerücht über schwedische Frauen hat sich (noch) nicht so recht bestätigt. Einen Unterschied zu Deutschland konnte ich nicht feststellen, was aber vielleicht auch daran liegt, dass hier in Malmö ganze 171 Nationalitäten vertreten sind und jeder Vierte ein Nicht-Schwede sein soll; eine sehr internationale und weltoffene Stadt - sehr schön!
Bevor nun am Sonntag um 22 Uhr der Supermarkt schließt, werde ich mich gleich nocheinmal auf den Weg begeben etwas zum Abendbrot einzukaufen...
Von meinen zwei Mitbewohnern F. und V. ist F. nun gestern für ein paar Monate nach Barcelona geflogen; hoffentlich hat es nichts damit zu tun, dass ich ihn dazu gezwungen habe mir nicht nur in aller Öffentlichkeit den Weg zum LIDL zu zeigen, sondern ihn auch noch mit hineingbettelt habe.
Ein möglicher UnihockeyClub ist nun auch gefunden, stellt sich nur noch die Frage, ob sie mich wohl nehmen werden. Schweden sind überaus reizend, hilfsbereit und freundlich, aber das hartnäckigste und typischste Vorurteil, bzw. Gerücht über schwedische Frauen hat sich (noch) nicht so recht bestätigt. Einen Unterschied zu Deutschland konnte ich nicht feststellen, was aber vielleicht auch daran liegt, dass hier in Malmö ganze 171 Nationalitäten vertreten sind und jeder Vierte ein Nicht-Schwede sein soll; eine sehr internationale und weltoffene Stadt - sehr schön!
Bevor nun am Sonntag um 22 Uhr der Supermarkt schließt, werde ich mich gleich nocheinmal auf den Weg begeben etwas zum Abendbrot einzukaufen...
Donnerstag, 27. März 2008
(11) Ankunft
Nachdem ich gestern 12:30 Uhr die Wohnung in Leipzig verließ, um vom Hauptbahnhof aus den Schönefelder Flughafen in Berlin zu erreichen, hatte ich es immer noch nicht so recht für Wahr befunden, dass man für ein kleines Stündchen Flug fast zehn Stunden benötigt, um überhaupt ersteinmal zum Flugzeug zu gelangen und danach vom Flugzeug aus in das Zielgebiet (hier Malmö) überzuwechseln. 12:30 Uhr verließ ich also die Leipziger Wohnung, 23:00 Uhr betrat ich die Wohnung in Malmö. Doch nicht nur das; nach kräftezehrender Gehirnaktivität befand es auch mein Verstand für unlogisch für ständiges Umsteigen und stetiges Gepäcktragen mehr Geld auszugeben, anstatt ausgeruht und kraftstrotzend im nordischen Sonnenaufgang aus den Bus zu steigen und von Beginn an andere Kulturen optisch wahrzunehmen - und das ohne nicht einhaltbare Gepäckbegrenzung.
Farid, mein neuer schwedischer Freund und Vermieter, schaffte es, mich am Bahnhof zwischen tausenden von Leuten als "Paul aus Deutschland" zu identifizieren und bezahlte mir gleich die Busfahrt zu meiner neuen Wohnung. Nach ein paar Gläschen Tullamore Dew Whiskey, das ein Teil meines Gastgeschenkes gewesen ist, und ausgelassenen Gesprächen, war mir aufeinmal bewusst, dass ich ja alles verstand, was mir so erzählt wurde und dass auch ich mich ab und zu am Gespräch beteiligen konnte - und zwar so, dass es auch die zwei verstanden. Und wenn mir auf die schnelle die richtige Vokabel nicht einfällt, dann nuschelt man sie einfach ganz schnell und unverständlich auf deutsch; das macht überhaupt nichts.Nun sitz ich hier ganz allein in der der Malmöer Wohnung, da Victor (mein Mitbewohner, gebürtiger Stockholmer) und Farid (gebürtiger Varberger) bis heute abend ausgeflogen sind; ein wahrlich großes Vertrauen stecken die beiden in meine Anwesenheit, fantastisch!
Käse gibt es übrigens nur im Kilopack und bewegt sich preislich zwischen 6€ und 12€. Kaffee ist etwas billiger, was mich ein klein wenig zum Hüpfen anregte: 2€. Coca Cola, Fanta und Sprite kosten 1,50€ (1,5l); Milch fast 90 cent, Hafergrütze 1,20€.
Die schwedische Tastatur beinhaltet kein ü und kein ß, weswegen ich stetig die "Alt-Taste" mit Ziffernblock benutzen muss. Ich habe auch schon zwei Zeichen entdeckt, die bei uns nicht zu finden sind, vielleicht könnte mir einer erklären wofür diese genutzt werden:
1. ¤
2. ¨
Zu lokalisieren bin ich unter folgender Adresse:
Vattenverksvägen 5
Stadtteil Kirseberg
21221 Malmö
(Das runde Haus)
Mittwoch, 26. März 2008
(10) Schopenstein und Wittgenhauer
Könnten sie mir kurz weiterhelfen, Herr Wittgenstein?
Das scheint mir die passende Standardfrage in Sachen Sprachbarriere. Stetig Gesprächskonstruierend und -übersetzend, da wäre doch ein kleiner Wittgenstein auf den Schultern nicht schlecht. Leider waren alle Wittgensteine ausverkauft, weswegen ich mir den lustigen, alten Schopenhauer im Sonderangebot zusicherte. Denn eigentlich, so sagte man es mir, sollte er ganz ähnlich eines Wittgensteins jeden Fehler in annähernd gleicher Weise bestrafen und es mir dadurch ermöglichen durch Angst und Schrecken die Lernerfolgsquote zu vervierzehnfachen. Anstatt mir aber mit Schlägen und Schreianfällen zu helfen, sitzt er nur mürrisch und eingeschnappt in meinem Rucksack und denkt nicht einmal daran sich meiner zu erbarmen. Da bin ich aber auf die ersten Sprachwechsel gespannt, wie er dann, ob meiner vielen Fehler, erschrocken und unglaubwürdig zu mir herüberschielen wird; dann müsste er sich richtig gehen lassen, hoffentlich.
Bis dahin muss ich weiterhin eine meiner neu entdeckten Weltanalysemöglichkeiten nachgehen, das Prinzip der einfachen Personifiziertheit. So werden abstrakte Dinge einfach personifiziert, zum Kaffee eingeladen und sich unterhalten. Neulich war ich in ein prächtiges Gespräch mit Herr Sein, Herr Denken und Herr Emotion verwickelt, aber das wäre eine andere Geschichte. Denn wie ihr vielleicht schon vermutet habt, ist heute der große Tag des Abschieds gekommen, bzw. der große Tag des Willkommens. Um 19:55 Uhr wird das Flugzeug in Berlin abheben und mich sicher nach Kopenhagen nach Dänemark bringen, dort werde ich mich zum Zug nach Malmö begeben und auf meine schwedischen Freunde warten, die ich noch nie gesehen habe. Die Vermutung liegt nahe, dass meine zwei kleinen Geschenke noch am selben Abend aufgebraucht werden (Na, was schenkt man als Einreisender wohl den nordischen Einheimischen?).
Sobald die Kommunkationplattform gegeben sein wird, finden sich wie gewohnt in voller Pracht und Fülle die gewohnten Buchstabenaneinanderreihungsketten mit Bildchen.
Bis dahin muss ich weiterhin eine meiner neu entdeckten Weltanalysemöglichkeiten nachgehen, das Prinzip der einfachen Personifiziertheit. So werden abstrakte Dinge einfach personifiziert, zum Kaffee eingeladen und sich unterhalten. Neulich war ich in ein prächtiges Gespräch mit Herr Sein, Herr Denken und Herr Emotion verwickelt, aber das wäre eine andere Geschichte. Denn wie ihr vielleicht schon vermutet habt, ist heute der große Tag des Abschieds gekommen, bzw. der große Tag des Willkommens. Um 19:55 Uhr wird das Flugzeug in Berlin abheben und mich sicher nach Kopenhagen nach Dänemark bringen, dort werde ich mich zum Zug nach Malmö begeben und auf meine schwedischen Freunde warten, die ich noch nie gesehen habe. Die Vermutung liegt nahe, dass meine zwei kleinen Geschenke noch am selben Abend aufgebraucht werden (Na, was schenkt man als Einreisender wohl den nordischen Einheimischen?).
Sobald die Kommunkationplattform gegeben sein wird, finden sich wie gewohnt in voller Pracht und Fülle die gewohnten Buchstabenaneinanderreihungsketten mit Bildchen.
Dienstag, 18. März 2008
(9) Nächste Folge
An dieser Stelle werden erst nächste Woche (aus Internetzugangsgründen) die letzten Tastendrücker auf deutschem Territorium zu finden sein.
Samstag, 15. März 2008
(8) Fräulein Naseweis
Kultur ist sehr wichtig, so sagt man; dann aber auch bitte Kultiviertheit!
Man stelle sich einen gestrigen Abend vor, einen gestrigen Abend mit zwei Löffeln Kultursuche und einer Prise Kulturfindung, hinzu kommen hohe finanziell zu erwerbende Pappkärtchen, die uns den Zutritt in einen großen Saal versprechen. Mit anstrengungssenkenden Flüssigkeiten wird das ein ausgesprochen angenehmer Abend... Denkste!
Man stelle sich einen gestrigen Abend vor, einen gestrigen Abend mit zwei Löffeln Kultursuche und einer Prise Kulturfindung, hinzu kommen hohe finanziell zu erwerbende Pappkärtchen, die uns den Zutritt in einen großen Saal versprechen. Mit anstrengungssenkenden Flüssigkeiten wird das ein ausgesprochen angenehmer Abend... Denkste!
Während einer kurzen Kulturpause gehen wir vor die Tür, um Stadtluft mit dem Rauch verbrennender Blätter auszutauschen. Als Natur- und Kulturliebhaber eine Selbstverständlichkeit. Die Kultur erwacht langsam, weshalb wir wieder die vertraute Nähe unserer eigens angewärmten Sitzplätze suchen. Der kurze Dank an die zwei Spätstudentinnen, ende zwanzig - anfang dreißig, die Sitzplatzwärme nicht erkaltet haben zu lassen, munterte sie wohl auf diese Arbeit noch ausführlicher und gewissenhafter zu erledigen. Zwei, drei kurze Hinweise und die darauffolgend anhaltende Diskussion schienen ihre Konzentration beim nun wieder beginnenden Kulturgenuss zu stören, was auch geradewegs über ihre typisch menschliche Sprachproduktionsmaschinerie verkündet werden und zu unseren üblichen Sprachaufnahmewerkzeug und dessen Verarbeitungsvorgang gelangen sollte. Frau Sozialpädagogin und Frau BWL waren sich unserer pädagogischen Fähigkeiten nicht bewusst, die sich im Laufe des restlichen Kulturprogramms sogar philosophisch untermauern ließen. Der daraus resultierende Schandfleck unserer anstrengungssenkenden Flüssigkeiten auf den Kleidern beider Frauen war zwar mehr ein symbolischer Akt progressiver Erziehungsmaßnahmen, dafür aber Lebensweisheit-weiterreichend - und das für beide Seiten.
Schweden aktuell:
Die ersten Monate Übernachtung sind nun gesichert, nachdem ich bei allen visualisierten Wohnungsanzeigen mein Interesse verkündet habe. Beherbergt werde ich nun bis ende Mai, eventuell bis ende Juni, und komme in den Genuss eines unihockeyspielenden Mitbewohners, der dazu noch Vegetarier ist (Vegetarier können immer sehr gut kochen!). Das größte Sorgenkind ist somit auch genährt und ich kann mich weiterhin auf Kleinigkeiten und Nichtigkeiten konzentrieren!
Schweden aktuell:
Die ersten Monate Übernachtung sind nun gesichert, nachdem ich bei allen visualisierten Wohnungsanzeigen mein Interesse verkündet habe. Beherbergt werde ich nun bis ende Mai, eventuell bis ende Juni, und komme in den Genuss eines unihockeyspielenden Mitbewohners, der dazu noch Vegetarier ist (Vegetarier können immer sehr gut kochen!). Das größte Sorgenkind ist somit auch genährt und ich kann mich weiterhin auf Kleinigkeiten und Nichtigkeiten konzentrieren!
Mittwoch, 12. März 2008
(7) Bürokratengeflüster
- Je größer die Anstrengung Bürokratien zu erreichen, desto unwahrscheinlicher ist die Erfolgsquote.
- Je schneller Benötigungen aufzutreiben sind, desto komplexer der Arbeitsweg der Behörden.
- Begegnet man der Bürokratie ebenfalls mit ihren komplexen, langandauernden, vielgeprüften Arbeitsmethoden, umso kürzer, strafbarer und teurer werden die einzuhaltenden Fristen.
- Alle Erstanträge sind unvollständig.
- Ausführende des bürokratischen Machtwerks sind stets weiblich
Sollten ein paar Auserwählte sich im Handwerk Bürokratieerledigung oder sogar Bürokratiebekämpfung versuchen, denen sei ein sehr teuer bezahlter Rat (im Sinne von Zeit ist Geld) gegeben: Am verwundbarsten sind Bürokratien immer in der Mitte! Also zur Tagesmitte ab 12 Uhr (nein, komischerweise keine Mittagspause), zur Wochen(-arbeits-)mitte am Mittwoch und zur Monatsmitte!
Mir fehlte leider etwas der Mut den Weg der Mitte bis ins kleinste Detail auszuführen, aber ich bin der festesten Überzeugung, dass Mitbringsel, Mitarbeit, Mithilfe, Mitleid oder auch Mitspracherecht sehr starke Waffen im Kampf gegen die Bürokratie sind!
Mir fehlte leider etwas der Mut den Weg der Mitte bis ins kleinste Detail auszuführen, aber ich bin der festesten Überzeugung, dass Mitbringsel, Mitarbeit, Mithilfe, Mitleid oder auch Mitspracherecht sehr starke Waffen im Kampf gegen die Bürokratie sind!
Montag, 10. März 2008
(6) Schock-olade
Übrigens eine meiner neuesten Taktiken hinsichtlich benötigter Listigkeit: Schokoladenfallen. So lassen sich unfangbare Dinge, denen meistens gar nicht zugetraut wird den Begriff Schokolade überhaupt zu kennen, mit geringer Kraftanstrengung (Aufstellen der Fallen, Einsammeln der Fallen) in Massen fangen. Natürlich gibt es Dingarten die sich nicht von einfacher Schokolade anlocken lassen, da zählt einzig und allein langjährige Erfahrung, welche Art auf welchen Köder anspringt. Informationen zum Beispiel lassen sich mit einfacher Schokolade in derartigen Massen fangen, dass beim Einsammeln der Fallen noch unzählige Informationen um die Falle verstreut liegen, die mit etwas Arbeitsaufwand und dem nötigen Accessoire säckeweise aufgelesen werden können. Vergleichen lassen sich hier die Informationen mit Fliegen - für diejenigen, denen es etwas zu abstrakt werden sollte. Ein Wunderwerk der Natur möchte man hinausschreien, wenn die Masse der Informationsfliegen gesichtet wird.
Sicherlich lassen sich auch Gedanken mit dieser Methode fangen, nur sollten wir beachten, dass Gedanken zum ersten eine vom Aussterben bedrohte Art ist, die nur sehr, sehr selten vorkommt, zum zweiten eine der intelligenzbehaftetsten Arten sind, die es überhaupt zu geben scheint und drittens dass es viele andere Dingarten gibt, die den Gedanken zum Verwechseln ähnlich sind, aber trotzdem keine Gedanken sind. Bei der Köderwahl wäre außerdem darauf zu achten das Dilemma des unbekannten Unbekannten zu überwinden (Stelle ich einen Köder egal welcher Art auf, weiß der Gedanke schon, dass es nur ein Köder ist). Nun bin ich kein Jurist und kenne mich in der rechtlichen Situation zum Artenschutz zu wenig aus, um über ein eventuelles Fangverbot von Gedanken bescheid zu wissen, weshalb ich Gedanken, sollte ich wirklich einmal der Glückliche sein, sofort wieder freilassen werde.
Als nun schließlich die Vorbereitungen heute früh ihren Höhepukt erreichten und ich faulenzend den Tag damit zubringen konnte zuschnappende Fallen zu bewundern, verging mir der Spaß mit der neu entdeckten Methode die Informationsfliegen aufzulesen und einzupacken. Schlagartig wie von Thors Hammer am kleinen Zeh getroffen, verbiss sich ein tiefer und gemeiner Schmerz, der nun den Verstand zu wecken versuchte. Furchtvoll und respektversessen wagte ich den Lektorenblick über meine Fliegentrophäen gleiten zu lassen. Es hatte sich bestätigt, selbst ein dritter bösartiger Blick sollte die Information nicht zur Neuwandlung überreden können: Der USV TU Dresden verlor mit 20:5 gegen die Wikinger aus Grimma; und mein geliebtes Dynamo Dresden kassierte eine Heimniederlage gegen Oberhausen. Wie furchtbar!
Manchmal regen sich wirklich Zweifel, ob ich an meinen Methoden festhalten sollte.
Sicherlich lassen sich auch Gedanken mit dieser Methode fangen, nur sollten wir beachten, dass Gedanken zum ersten eine vom Aussterben bedrohte Art ist, die nur sehr, sehr selten vorkommt, zum zweiten eine der intelligenzbehaftetsten Arten sind, die es überhaupt zu geben scheint und drittens dass es viele andere Dingarten gibt, die den Gedanken zum Verwechseln ähnlich sind, aber trotzdem keine Gedanken sind. Bei der Köderwahl wäre außerdem darauf zu achten das Dilemma des unbekannten Unbekannten zu überwinden (Stelle ich einen Köder egal welcher Art auf, weiß der Gedanke schon, dass es nur ein Köder ist). Nun bin ich kein Jurist und kenne mich in der rechtlichen Situation zum Artenschutz zu wenig aus, um über ein eventuelles Fangverbot von Gedanken bescheid zu wissen, weshalb ich Gedanken, sollte ich wirklich einmal der Glückliche sein, sofort wieder freilassen werde.
Als nun schließlich die Vorbereitungen heute früh ihren Höhepukt erreichten und ich faulenzend den Tag damit zubringen konnte zuschnappende Fallen zu bewundern, verging mir der Spaß mit der neu entdeckten Methode die Informationsfliegen aufzulesen und einzupacken. Schlagartig wie von Thors Hammer am kleinen Zeh getroffen, verbiss sich ein tiefer und gemeiner Schmerz, der nun den Verstand zu wecken versuchte. Furchtvoll und respektversessen wagte ich den Lektorenblick über meine Fliegentrophäen gleiten zu lassen. Es hatte sich bestätigt, selbst ein dritter bösartiger Blick sollte die Information nicht zur Neuwandlung überreden können: Der USV TU Dresden verlor mit 20:5 gegen die Wikinger aus Grimma; und mein geliebtes Dynamo Dresden kassierte eine Heimniederlage gegen Oberhausen. Wie furchtbar!
Manchmal regen sich wirklich Zweifel, ob ich an meinen Methoden festhalten sollte.
Dienstag, 4. März 2008
(5) Trüffelwurst für Schweinehund
Was müssen wir für ein Glück haben, dass durch vergangene sisyphos'sche Handlungen der verschiedenen Anhänger Sisyphos' Dinge entstanden sind, die unseren Naturwillen auf hinterlistigste Weise etwas "vor-fatamorganisieren". Dinge, die zwar zeitvertreibend, aber auch verstandes- und denkfördernd sind, die vom Willen sozusagen nicht mehr als kraftaufwändiges Arbeiten angesehen werden, sondern - ganz im Gegenteil - als faulenzende, handlungsfremde, sinnlose, unbewegte und kräftesparende Reglosigkeit. Sie, die Dinge, haben also genau die Eigenschaften, die unser Wille über alles liebt; im Volksmund wäre das gewissermaßen die "Trüffel-wurst" für den "Schweine-hund".
Beispiele sind hier sehr zahlreich und vielfältig: Am beliebtesten sind wohl [denk-voraussetzende] Computerspiele, Kartenspiele und Rätsel, was aber nur die allgemeinen Dinge sind. Aus irgendeinem spekulativen Grund, erschaffen wir uns noch zusätzlich bestimmte Interessensplantagen, die wir nach belieben bepflanzen können.
Man sieht: durch das setzen falscher Spiegelbilder, verhinderten sisyphos'sche Geniestreiche die Macht der Natur über den Menschen; die Spiegelbilder scheinen sogar durch ihre optischen Täuschungsmanöver die Natur in ein auswegloses Labyrinth gleichwirkender und -aussehender Phänomene, bzw. Erscheinungen gesetzt zu haben.
Wer wundert sich da noch über die Strafe des Sisyphos', der zuerst den Stein ins Rollen gebracht hat - was am Ende auch seine Strafe war (und gleich hinterher kommt sofort die Frage: Strafe?!)?
Am Mittwoch geht es wahrscheinlich für mehrere Tage an die mecklenburgische Seenplatte, um in trister Einsamkeit etwas mehr Denkkraft für das nächste Thema zu gewinnen: Interaktive Transzendenz. Es bleibt ja noch etwas Zeit bis es zur skandinavischen Küste geht!
Sonntag, 2. März 2008
(4) Wetterumschwung
Zuversichtsrettend wirkte sich die Anwesenheit eines (enttarnten) Engels aus, der meine noch fehlende List zu ersetzen wusste. Scheinbar tritt mir da oben nicht jeder negativ gegenüber, was auch wunderschön der Wetterkampf visualisieren konnte. Hier sei nochmal ein Hinweis zum tiefsten Herzdank gegeben; wenn ich doch nur jeden Tag von Engeln umgeben wäre - aber vielleicht ist es ja so?!
Der Buchempfehlung werde ich schnellstmöglich nachgehen, da ich mich hinsichtlich meiner Strategem-möglichkeiten kilomeilenweit verschätzt habe; so bin ich noch längst nicht bereit dem eigentlichen Arbeitsfeld nachzugehen, denn hierzu erfordert es gedankenloses, und zwar ein bewusst gedankenloses, Tun. In etwa vergleichbar mit einer Langstreckenlaufdisziplin im Sport, wo sich nach einer kürzeren Zeit eben dieses gedankenlose Tun in einer Abstraktionsform wiederfindet.
Dem Anschein nach verkommt meine Handlungsreise zu einer Verhandlungsreise, analog dazu die Handlungsweisen zu Behandlungsweisen. Etwas Gutes bringt es wie immer mit sich, und zwar Emotionsfestigkeit und Stressresistenz. Zweckmäßige Eigenschaften für das große Vorhaben.
Freitag, 29. Februar 2008
(3) Der Wachtnächter
Was ist also zu tun, mich vor den morgigen Sturm-, Orkan- und Tornadokatastrophen zu retten? Der Plan, die regelsetzenden Wesen zeitweise etwas ruhiger zu stellen, beläuft sich auf eine einfache Mahnwache. So gebe ich meine Ehrfürchtigkeit und meinen Respekt gegenüber allen bestimmenden Göttern kund - und das, ohne mich der öffentlichen Lächerlichkeit auszusetzen, denn die Mahnwache geschieht heute Nacht in [noch] meinem Zimmer unter Ausschluss aller Öffentlichkeit. Das klingt zwar zu Beginn noch ziemlich einfach, nur dürft ihr nicht vergessen, dass während einer Mahnwache sich ruhig zu verhalten ist; und zwar ruhig im allerweitesten Sinne, also physisch wie auch psychisch! Noch deutlicher: Kein Fernsehen, kein Internet, kein Lesen, kein Arbeiten, kein Essen, kein Trinken, kein Schlafen(!); ansonsten wäre erstens die angesammelte Umzugskraft für den morgigen Tag verschwendet (außer beim Schlafen) und zweitens träte ich so den Göttern ehrfurchts- und respektlos gegenüber, was selbstverständlich eine drakonischere Strafbehandlung* für den morgigen Umzugstag zur Folge hätte.
Also zum Punkt: .
Die Hinterlistigkeit darf nicht zu kompliziert werden, sonst funktioniert sie nicht. Seit zweitausend Jahren bewährte sich stets die "einfache Dreistigkeit", die ich hier auch anwenden möchte: Ich mahnwache in einer Halb-sitz-liege-Position, besser gesagt ich spiele nur vor als mahnwächte ich (das soll der Konjunktiv von meiner Ver-verbung [kommen wir gleich auf die Parenthesen zurück: Auch hier der Bindestrich, da eine Verwechslung mit Ver-erbung gehäuft vorkommt] "mahnwachen" sein), denn vorher habe ich mir längst künstliche Pupillen auf meine Augenlider gemalt, die im Dunkeln den echten Augen fast zum Verwechseln ähnlich sind. Ganz einfach, und vor allem dreist!
Natürlich werden die es spätestens morgen Nachmittag/Abend dank dieses Blogs merken, aber dann wäre ich wieder einen Schritt näher an die Strafkolonie (Hügel mit Felsrund [Verkürzung von "runder Felsen"] herangerückt. Schließlich muss ich mich vorher in Hinterlistigkeit und Arglistigkeit beweisen, um den Strafzweck nicht abzumildern - eher sollte er noch verschärft werden. Was es genau mit dem Zweck der Strafe auf sich hat - besonders warum er eher verschärft anstatt vermildert werden sollte - wird sich noch im Laufe der nächsten dreizehn Monate beantworten.
Ihr seht, die Spannung bleibt erhalten.
* Jede Strafbehandlung die nichts mit der einfachen Arbeit, also mit Hügel und Felsrund, zu tun hat, ist schmerzhaft und zu vermeiden; sobald die einfache Arbeit angefangen hat, ist jede Strafbehandlung erstrebenswert; nicht verwechseln!
Donnerstag, 28. Februar 2008
(2) Sicherheitsvorkehrungen
Zuvörderst sei ein hochverehrter Dank an die internationale Fachpresse gerichtet, die mein fehlendes Schreib-Engagement in rege Tipp-Hyperaktivität verwandelt hat.
Zum bestehenden Handlungsbedarf: Wie auf dem Foto deutlich wird, müssen alle meine gesammelten Gegenstände in Kisten versteckt werden. Da wir [Menschen] stets auf Sicherheit bedacht sind, werden auch die Kisten inklusive der versteckten Gegenstände versteckt werden. Mir scheint dies jedoch für eine dreizehn monatige Abwesenheit noch etwas zu unsicher, weshalb ich auch den Ort des Kistenverstecks geheim halten werde und in unordentlich angeordnete (nein, diese zwei Wörter schließen sich nicht aus!) "Gedankenkisten" verpacke. Um die nächste Sicherheitsstufe zu bewältigen habe ich mir folgendes überlegt: Sollte jemand trotz sorgfältiger Sicherheitsbemühungen die Gedankenkisten finden - wobei durch die unordentliche Anordnung ein Zeitverlust des Diebes mit einzuberechnen ist - sind diese verschnürt, verschlüsselt, verschlossen und bewacht (schließlich sind es Gedankenkisten, da habe ich den Entscheidungsvorteil!). Die echten Kisten werden aus Geldnot nur irreführend beschriftet und mit Paketklebeband verplombt, versiegelt, verklebt - wie auch immer; der Kistenort wird verschlossen und dazu - in Anlehnung an die Meisterstrategien der großen Sowjetunion - das Kartenmaterial zum Kistenort modifiziert. "Es gibt keine absolute Sicherheit!" und "Wer die gesammelten Gegenstände wirklich haben will, der wird sie auch finden!" werdet ihr bestimmt einwerfen wollen. "Mensch! Denkt doch mal nach!" entgegnete ich, denn hier geht es einzig und allein darum, dem Dieb so viel Zeit wie nötig zu stehlen, um rechtzeitig am Kistenort einzutreffen, ohne dass er auch nur den Hauch einer Chance hätte etwas zu entwenden. Als Nicht-Mathematiker habe ich diese Sicherheitsvorkehrungen in eine Formel gefasst und grob berechnen lassen (Computer) wie viel Zeit ein Dieb benötigt, um einen einzigen Gegenstand zu entwenden: 58 Wochen!
Weiteres zur Arbeitsreflexion: Nun sind schon die ersten Übernahmeangebote dieser Seite eingetroffen. Sollte sich eine Übernahme als vorteilhaft auszeichnen, könnte es passieren, dass ich dann auf McDo*alds, Mi*rosoft oder adid*s zu finden wäre.
Eine kurze Überlegung zu den "Labels": Auf anderen Seiten werden diese Labels auch Tags genannt, soweit ich das richtig verstanden habe. Mir erschließt sich nur kein rechter Sinn hinter der Labelbesetzung, besonders nicht bei Blogs. Versteht mich nicht falsch, ein Sinn erschließt sich schon, aber eben kein "rechter Sinn"; man möge auch sagen: "sinnvoller Sinn". Trotz dessen werde auch ich diese seltsamen Labels verwenden, allein aus dem Grund, ein möglichst großes Interessengebiet zu erschließen und eine große Anzahl an Lesern zufrieden zu stellen. Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass nicht jeder Leser über ausführliche Hockeybeschreibungen (Taktik, Material, Training, etc.) erfreut ist, aber andere wollen nur - wirklich nur - darüber informiert werden! Tja, so be- und verlabel ich einfach alles wie alle anderen auch.
Mittwoch, 27. Februar 2008
(1) Der erste Stein
Der erste Berglauf kann endlich beginnen; der allererste Versuch den Stein über die Bergspitze zu rollen hat schon fast begonnen! Nun denke ich: Den geeigneten Hügel und einen Felsbrocken zu finden, war sehr viel schwieriger als die eigentlich bevorstehende Fels-Arbeit den Anschein erwecken will. Ich bin mir fast nicht mehr sicher, ob der Hügel schon gefunden und der Fels schon positioniert ist; zwar kann ich Hügel und Fels sehen, aber welch gescheite Mensch verlässt sich nur auf sein Augen-Sehen? Von meiner Stelle sieht der Hügel gar nicht so steil aus und der Felsbrocken macht mir auch keinen sonderlich massiven Eindruck. Bleibt zu hoffen, dass zu Arbeitsbeginn in 28 Tagen (26.03.2008) die Kraft ausreichen wird, überhaupt den Weg zur Arbeitsstätte rechtzeitig zu bewältigen. Was nicht alles vorher passieren könnte! Denken wir nicht weiter darüber nach.
Wollen wir auf die Arbeit und ihre Vorbereitungen zurückkommen: Diese können mindestens zweifach geteilt werden; einmal die eigentliche und gewichtige Arbeit, bzw. ihre Vorbereitung, ein andermal die (öffentliche) Reflexion dieser Arbeit.
Eigentliche Arbeit:
Als schwieriges Unterfangen hat sich die (schwedische) Wohnungssuche herausgestellt; aber zuversichtlich wie ich bin, werde ich auch dieses Stück Vorbereitung zu einem gelungenen Abschluss bringen. Keine besonderen Fähigkeiten benötigte ich bei der Reservation meines Flugtickets. Da ist das Abwägen des Gepäckinhaltes weitaus komplizierter. Bleibt noch die finanzielle Absicherung übrig, die mir einfache erste drei Monate bescheren soll: Schmerzensgeld wird bis dahin nicht eingetroffen sein, bleibt also nur der Weg zur Bank.
Reflexive Arbeit:
Die erste Unmöglichkeit war das Finden einer freien /blogspot/-Adresse. Hier scheint wirklich jedes einfache Wort aus dem Duden vergeben zu sein; auch eine Vielzahl unmöglicher (zusammengesetzter) Wort-erfindungen [Der Bindestrich dient zum einfacheren Leseverständnis, da selbst ich stets denke, ich hätte das ö mit einem o verwechselt und immer Wörter-findungen - wobei das auch nicht so weit hergeholt wäre - (aber hören wir auf Parenthesen in Parenthesen in Parenthesen zu setzen, da es erstens den Lesefluss völlig einbrechen lässt und zweitens sehr unästhetisch aussieht) lese] ist nicht verfügbar. Wenn ich mir ins Gedächtnis rufe, welchen Erfindungsreichtum "andere" haben... Sehr amüsant! Nun ist das nächste Ziel den Willen zur Perfektion in Orthografie und Grammatik zu schüren, da ich - trotz großer Syntaxprüfung - oft unsicher im Hinblick gewisser Regeln bin. Sollten sich Fehler einschleichen, wäre ich über Hinweise sehr erfreut.
Hoffentlich gelingt es mir (im Gegensatz zu meinem Bruder!), diese Arbeitsreflexion regelmäßig zu aktualisieren und zu pflegen, denn eigentlich bin ich keine Person, die für ihr Durchhaltevermögen bekannt ist.
Anmerkung: Da bis auf Weiteres keine Kamera vorhanden ist, werde ich, wenn nötig, Fotos in Form von Paint-Skizzen präsentieren müssen.
Wollen wir auf die Arbeit und ihre Vorbereitungen zurückkommen: Diese können mindestens zweifach geteilt werden; einmal die eigentliche und gewichtige Arbeit, bzw. ihre Vorbereitung, ein andermal die (öffentliche) Reflexion dieser Arbeit.
Eigentliche Arbeit:
Als schwieriges Unterfangen hat sich die (schwedische) Wohnungssuche herausgestellt; aber zuversichtlich wie ich bin, werde ich auch dieses Stück Vorbereitung zu einem gelungenen Abschluss bringen. Keine besonderen Fähigkeiten benötigte ich bei der Reservation meines Flugtickets. Da ist das Abwägen des Gepäckinhaltes weitaus komplizierter. Bleibt noch die finanzielle Absicherung übrig, die mir einfache erste drei Monate bescheren soll: Schmerzensgeld wird bis dahin nicht eingetroffen sein, bleibt also nur der Weg zur Bank.
Reflexive Arbeit:
Die erste Unmöglichkeit war das Finden einer freien /blogspot/-Adresse. Hier scheint wirklich jedes einfache Wort aus dem Duden vergeben zu sein; auch eine Vielzahl unmöglicher (zusammengesetzter) Wort-erfindungen [Der Bindestrich dient zum einfacheren Leseverständnis, da selbst ich stets denke, ich hätte das ö mit einem o verwechselt und immer Wörter-findungen - wobei das auch nicht so weit hergeholt wäre - (aber hören wir auf Parenthesen in Parenthesen in Parenthesen zu setzen, da es erstens den Lesefluss völlig einbrechen lässt und zweitens sehr unästhetisch aussieht) lese] ist nicht verfügbar. Wenn ich mir ins Gedächtnis rufe, welchen Erfindungsreichtum "andere" haben... Sehr amüsant! Nun ist das nächste Ziel den Willen zur Perfektion in Orthografie und Grammatik zu schüren, da ich - trotz großer Syntaxprüfung - oft unsicher im Hinblick gewisser Regeln bin. Sollten sich Fehler einschleichen, wäre ich über Hinweise sehr erfreut.
Hoffentlich gelingt es mir (im Gegensatz zu meinem Bruder!), diese Arbeitsreflexion regelmäßig zu aktualisieren und zu pflegen, denn eigentlich bin ich keine Person, die für ihr Durchhaltevermögen bekannt ist.
Anmerkung: Da bis auf Weiteres keine Kamera vorhanden ist, werde ich, wenn nötig, Fotos in Form von Paint-Skizzen präsentieren müssen.
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